Marja Dmitrijewna blickte, ohne zu staunen, freudig auf Wanja.

„Wanja, Teurer, Sie tun mir leid! Ich habe mich vor diesem Augenblick gefürchtet, aber die Stunde ist wohl gekommen, wo der Wille des Herrn geschehe,“ und langsam die Kerze verlöschend, umarmte sie Wanja und bedeckte seinen Mund, seine Augen und Wangen mit Küssen und drückte ihn immer fester an ihre Brust. Wanja war sofort ernüchtert, ihm wurde heiss, schwül und peinlich, und sich aus der Umarmung befreiend, sagte er mit einer Stimme, die schon ganz anders klang: „Marja Dmitrijewna! Marja Dmitrijewna! Was haben Sie? Lassen Sie mich! Nicht doch!“ Aber jene drückte ihn nur um so fester an ihre Brust, küsste ihn schnell und lautlos auf Wangen, Mund und Augen und flüsterte: „Wanja, mein Lieb, du meine Freude!“

„So lass mich doch, widerliches Weib!“ schrie Wanja schliesslich, stiess Marja Dmitrijewna zur Seite und lief hinaus, die Tür hinter sich zuschlagend.

*

„Was soll ich denn jetzt tun?“ fragte Wanja Daniil Iwanowitsch, zu dem er geraden Wegs aus dem Hause durch die Nacht gelaufen war.

„Meiner Ansicht nach,“ sagte der Grieche, im Schlafrock über der Unterwäsche und mit Morgenschuhen an den Füssen, „meiner Ansicht nach, müssen Sie fortfahren.“

„Wohin soll ich denn fahren? Bleibt mir wirklich nichts anderes übrig, als Petersburg? Und man wird mich fragen, weshalb ich zurückgekommen bin und langweilig ist es da auch noch.“

„Ja, das ist unangenehm, aber hier bleiben ist auch unmöglich, Sie sind — ganz krank.“

„Was soll ich denn tun?“ wiederholte Wanja, hilflos auf die Hand des Griechen herabblickend, die auf der Tischplatte trommelte.

„Ich kenne ja Ihre Umstände und Vermögensverhältnisse nicht und weiss nicht, wie weit Sie reisen können; und allein können Sie auch gar nicht reisen.“