„Gräfin, Gräfin . . . dass dich der Teufel hole! Aber ich kriege dich noch!“ knurrte der Jude, während ich meine angebliche Cousine zum Arno hinunterzog. Als wir nach Hause gekommen waren, sang Pasqua Kanzonen von Scarlatti und setzte sich dann schweigend, ohne auf unsere Scherze einzugehen, ans Fenster und blieb dort lange bei verlöschten Kerzen sitzen, bis der Mond schon längst verschwunden war. Sie hatte die Hände auf den Schoss herabsinken lassen und schien über etwas ernst nachzudenken.

Fünftes Kapitel

Giuseppe hatte sich aufs Clavecin gestützt, an dem unsere Cousine gesungen hatte, und flüsterte leidenschaftlich, auf ihre mageren, rosig glänzenden Finger herabschauend:

„Ich bete Eure Hände an, Pasqua, niemand hat so wunderbare Hände, ich werde Euch ein Schmuckkästchen mit Ringen aus dem Laden meines Vaters schenken, es sind prächtige Amethysten darunter und Topase, rosenrot, wie Eure Haut.“ Pasqua sang, die Augen halbgeschlossen, mit dünner feiner Stimme:

„Wie der Schwan, noch sterbend will ich singen,

Sterbend noch sing ich voll Liebeslust,

Liebend dich nur pocht in meiner Brust

Heiss mein Herz und will vor Liebe springen . . .“

Die Buckelige spielte aus Langerweile mit François Karten um Schokolade, ich sah zum Fenster hinaus, im Hause drüben konnte man eine Küche sehen, in der Köche das Abendessen bereiteten. Plötzlich klopfte es an die Tür. Wir fuhren alle auf. François liess den alten Spaladetti herein, dem Sbirren und noch andere Leute folgten.

„Vater, Ihr hier? Wozu?“ schrie Giuseppe, der aufgesprungen war und Signorina Pasqua mit seinem Körper deckte.