„Was ist das?“ flüsterte sie.
„Seid ruhig, fürchtet Euch nicht,“ flüsterte ich, sie wieder in den Stuhl drückend, den ich mit seiner hohen Lehne zur Tür kehrte, nachdem ich über die Prinzessin einen grossen orientalischen Schal geworfen hatte. Man fuhr fort, immer stärker an die Tür zu klopfen und die Stimme Philipp Ludwigs wurde laut:
„Meister, Meister, ich bin’s, Prinz Philipp, machet auf!“
Die leuchtenden Augen des Jünglings, sein erregtes, ungleich gerötetes Gesicht, seine bebenden Hände, zeugten davon, dass sein Zustand ein aussergewöhnlicher sei.
„Was ist mit Euch, mein Freund?“ sagte ich, ein wenig zurücktretend.
„Ich habe mich entschlossen . . . ich bin entschlossen . . . und hier bin ich, um es Euch zu sagen . . .“ stiess der Prinz, der in seiner Erregung fast schön war, mit Unterbrechungen hervor.
„Beruhiget Euch, vielleicht wird es Euch gelegener sein, mir später das mitzuteilen, was Ihr auf dem Herzen habet?“
„Nein, nein! Jetzt! Gleich, o Meister! Höret, ich habe mich entschlossen. Ich schütte mein Herz vor Euch aus . . .“ rief der Prinz, und noch ehe ich die Möglichkeit hatte, irgend etwas zu tun, warf er sich in den Lehnstuhl, auf dem die versteckte Amalia sass.
Ein zwiefacher Schrei gellte durch das Zimmer: der Prinz hatte den Schal von Amalia, die, in eine Ecke des Stuhles gedrückt, ihre Augen zusammenkniff, heruntergerissen und starrte sie an wie einen Basilisk.
„Meister, ich hasse Euch . . .!“ zischte er, als er mir sein in Tränen gebadetes Gesicht zukehrte, und lief, die Tür hinter sich zuschlagend, aus dem Zimmer.