Florus lag mit zurückgefallenem, schwarz gewordenem Gesicht da, eine Hand hing leblos herunter. Der Arzt hatte den Körper untersucht, den unzweifelhaften Tod festgestellt und wies staunend den Schaffner auf einen schmalen, schwarzen, blutunterlaufenen Striemen, der am Halse des Verstorbenen aufgequollen war und sich durch nichts erklären liess. Der einzige Zeuge von Ämilius Florus’ Tode, der stumme Lukas, sprach, das göttliche Stammeln des wunderbaren Schreckes überwindend, der ihm die Gabe der Rede zurückgegeben:

„Der Tod! Der Tod! Wieder in Banden . . . er geht, geht: wirft sich, wie ermüdet, aufs Lager . . . kein Wort sprach er zu mir; gegen Morgen begann er unruhig zu röcheln; ich stürzte zu ihm, er schlug, röchelnd, die Augen zu mir auf. O Götter! Der Morgen leuchtete rot durchs Fenster. Florus lag, schwarz geworden, regungslos da . . .“

Man hatte Lukas über Trauer und Besorgungen für die Leichenfeier vergessen.

Kaum begann es am nächsten Morgen hell zu werden, so erschien ein barfüssiger, zerlumpter, von niemand gekannter Greis, und bat, Florus zu sehen. Der Schaffner, der glaubte, irgendeine Aufklärung über den Tod seines Herrn zu erhalten, trat zu ihm hinaus. Der Ankömmling schien hartnäckig und schlicht. Ringsum heulten sich scharende Hunde.

„Du wusstest nicht, dass mein Herr, Ämilius Florus, gestorben ist?“

„Nein. Es ist gleichgültig. Ich erfüllte, was man mir befohlen.“

„Wer befahl dir?“

„Malchus.“

„Wer ist es?“

„Jetzt ein Hingegangener.“