„Sie brauchten doch nur fünf?“
„Ist es nicht einerlei wieviel du bittest? Sei so gut, Wanja!“
„Nun schön. Aber wenn er fragt, wozu ich das Geld brauche?“
„Er wird nicht fragen — der ist nicht auf den Kopf gefallen.“
„Aber sehen Sie zu, dass Sie das Geld selbst abgeben.“
„Aber gewiss, gewiss.“
„Weshalb aber glauben Sie, Onkel, dass Stroop mir das Geld geben wird?“
„Na, ich denk’ mir halt so!“ Und lächelnd schlich sich Konstantin Wassiljewitsch, verlegen und zufrieden, auf den Fussspitzen aus dem Zimmer. Wanja stand lange am Fenster, ohne sich umzusehen und ohne den nassen Hof zu beachten. Als er zum Tee gerufen wurde, blickte er, bevor er ins Speisezimmer ging, noch einmal in den Spiegel auf sein rot gewordenes Gesicht mit den grauen Augen und den feinen Brauen.
*
In der griechischen Stunde störten Nikolajew und Spilewski auf der Vorderbank Wanja die ganze Zeit mit ihrer Balgerei und ihrem Kichern. Vor Beginn der Ferien wurde es mit dem Unterricht nicht so genau genommen, der kleine ältliche Lehrer erzählte, auf einem Beine sitzend, aus dem Leben der Griechen, ohne die Aufgaben abzufragen; die Fenster standen offen und man sah grünende Baumwipfel und ein grosses rotes Gebäude. Wanja zog es immer mehr fort aus Petersburg in die Luft, irgendwohin weit in die Ferne. Die blankgeputzten Griffe an Türen und Fenstern, die Speibecken, die Landkarten an den Wänden, die Schultafel, der gelbe Papierkasten, die geschorenen oder lockigen Köpfe der Kameraden schienen ihm unerträglich.