„Die Sykophanten — Denunzianten, Spione, wörtlich Feigenangeber; als der Export dieser Früchte aus Attika noch bei Strafe verboten war, zeigten diese Leute, oder wie wir sagen würden, diese Chantagisten, dem Verdächtigen unter ihrem Mantel eine Feige als Drohung, dass im Falle er sich von ihnen nicht loskaufen sollte . . .“ Und Daniil Iwanowitsch machte, ohne das Katheder zu verlassen, mit Gesten und Mimik die Angeber und Verleumdeten, den Mantel und die Feige nach; dann sprang er von seinem Platze auf und ging im Klassenzimmer hin und her, wobei er mit sorgenvollem Gesicht irgend etwas wiederholte, wie etwa: „Die Sykophanten, . . . . ja, die Sykophanten . . . . ja, meine Lieben, die Sykophanten,“ dabei gab er dem Worte verschiedene, aber in jedem Falle ganz unerwartete Nuancen.

„Heute werde ich versuchen, Stroop um Geld zu fragen,“ dachte Wanja, durchs Fenster blickend.

Spilewski erhob sich, jetzt schon ganz rot geworden, von der Bank.

„Was will dieser Nikolajew eigentlich von mir haben? Er gibt mir keine Ruh mit seinen Zudringlichkeiten.“

„Nikolajew, weshalb werden Sie gegen Spilewski zudringlich?“

„Ich werd’ gar nicht zudringlich.“

„Was machen Sie ihm denn?“

„Ich kitzle ihn.“

„Setzen Sie sich. Ihnen aber, Spilewski empfehle ich grössere Genauigkeit beim Gebrauche eines Ausdruckes. Im Hinblick darauf, dass Sie kein Frauenzimmer sind, kann Nikolajew, ein ziemlich bejahrter Jüngling, und dazu noch einer mit recht beschränkten Begriffen, Ihnen gegenüber nicht zudringlich werden.“

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