„Ich stelle die Frage so: willst du arbeiten — so arbeite, willst du nicht arbeiten, so arbeite nicht!“ sagte Anna Nikolajewna mit einer Miene, als sei das Interesse der ganzen Welt darauf gerichtet, wie sie die Frage stelle. Im Gastzimmer, das ganz mit stilvollen Möbeln in Gestalt von Sitzbädern, Badestühlen und Papierkästen vollgestellt war, lärmten die Stimmen von Anna Nikolajewna, Nata und den beiden Schwestern, den Künstlerinnen Speier.

„Diesen Schrank liebe ich sehr, aber die Bank reizt mich nicht. Ich würde einen Schrank immer vorziehen.“

„Auch dann, wenn Sie ein Sitzmöbel brauchen würden?“

„Die Dienstboten klagen über Arbeitsüberlastung: sie gehen mehr aus, als wir! Ich komme mitunter tagelang nicht aus dem Hause und unsere Annuschka hat täglich so oft Gelegenheit in die Bude zu laufen, bald hat sie Brot zu besorgen, ein anderes Mal Stiefel zu holen. Und dabei hat sie soviel Möglichkeiten mit Menschen zusammenzukommen. Ich finde die Klagen aller dieser Unzufriedenen stark übertrieben.“

„Können Sie sich vorstellen, er posiert mit einer solchen Stimmung, dass die Malschülerinnen sich fürchten, in seiner Nähe zu sitzen. Dabei ist er eine äusserst interessante Persönlichkeit: ein russischer Zigeuner aus München; er hat ein Gymnasium besucht, war im Corps de ballet, ist Modell gewesen; von Stuck erzählt er riesig interessante Einzelheiten.“

„Auf rosa Foulard wird es zu grell sein, ich würde blassgrünen vorziehen.“

„Danach muss man Stroop fragen.“

„Aber er ist ja eben erst verreist, der Stroop, ihr Unglücklichen!“ rief die ältere Speier.

„Wie, Stroop ist fort? Wohin? Wozu?“

„Ja, das kann ich Ihnen leider nicht sagen. Wie immer ein Geheimnis.“