„Die neuen gehen ja an, ich liebe sie, man kann später ’mal etwas lesen, aber Griechisch, wer wird Griechisch lesen, so einen alten Kram.“

„Was für ein Kind Sie sind, Wanja. Eine ganze Welt, ganze Welten sind Ihnen verschlossen; und das — Welten der Schönheit, die nicht nur zu kennen, sondern zu lieben die Grundlage jeder Bildung ist.“

„Man kann Übersetzungen lesen; und wieviel Zeit verliert man mit der Grammatik?!“

Stroop blickte mit unendlichem Bedauern auf Wanja.

„Statt eines Menschen aus Fleisch und Blut, der lacht und traurig ist, den man lieben, küssen, hassen kann, an dem man sieht, wie das Blut durch die Adern fliesst, dessen natürliche Grazie des nackten Körpers uns bezaubert, eine seelenlose Puppe besitzen, die dazu noch häufig aus der Werkstatt eines Handwerkers hervorgegangen ist, das heisst Übersetzungen lesen. Und für die grammatikalischen Vorbereitungsarbeiten braucht man so wenig Zeit. Man muss nur lesen, lesen und lesen. Lesen und jedes Wort im Wörterbuch nachschlagen, wie durch ein Dickicht im Walde sich Weg bahnen, oh, Sie würden einen ungeahnten Genuss kennen lernen. Und mir scheint, Wanja, dass Sie Anlagen haben, ein wahrer neuer Mensch zu werden.“

Wanja schwieg unzufrieden.

„Sie haben eine schlechte Umgebung, aber das kann zu Ihrem Besten dienen, indem es Sie vor Vorurteilen bewahrt, die jedem traditionellen Leben anhaften. Und Sie könnten, wenn Sie wollten, ein durchaus moderner Mensch werden,“ fügte Stroop nach einigem Schweigen hinzu.

„Ich weiss nicht, ich möchte irgendwohin fortfahren, fort von allem: vom Gymnasium, vom Homer, von Anna Nikolajewna, — das ist es.“

„In die Natur?“

„Ja, in die Natur.“