Wenn Wanja lesen oder seine Aufgaben machen wollte, ging er hin und wieder in den Sommergarten. Er sass im Gang vor dem Marsfelde, ein Teubnerbändchen lag, mit dem gelbrosa Umschlage nach oben, neben ihm, seither war er noch ein wenig gewachsen; von der Frühlingssonne eingebrannt, schien er bleicher; er sah sich die Spaziergänger im Garten und jenseits des Lebjashi-Kanals an. Vom Krylow-Platz klang das Lachen spielender Kinder herüber, und Wanja hörte nicht, wie der Sand unter Stroops Füssen knirschte, als dieser auf ihn zutrat.
„Sie arbeiten?“ fragte Stroop, sich neben Wanja setzend, der sich auf einen Gruss hatte beschränken wollen.
„Ich arbeite; aber wenn Sie wüssten, wie langweilig mir das alles geworden ist! . . .“
„Was haben Sie da? Homer?“
„Ja, Homer. Besonders dies Griechisch.“
„Sie lieben nicht Griechisch?“
„Wer liebt es denn?“ lächelte Wanja.
„Das ist sehr schade!“
„Was ist schade?“
„Dass Sie nicht Sprachen lieben.“