Und er versuchte unklar auseinanderzusetzen, daß gerade diese Worte wie ein Wunder, als „Gotteswort“, ganz unabhängig von dem Menschen, der sie aussprach, um sie auf sein eigenes, bitteres Leben zu beziehen, „auf die Herzen schlugen“. Aber alles, was er sprach, war so trocken und ohne Leben, daß ihm niemand zuhörte.
Marja Nikolajewna streckte ihren Arm, der in dem weiten, weißen Ärmel wie der Flügel eines großen Vogels aussah, in die Luft und rief fröhlich:
„Der Mond, der Mond geht auf!“
Firsow brach jäh ab und blickte sie gekränkt an.
„Tja, allerdings ... Der Mond ist wahrscheinlich wichtiger!“
„Alles ist wichtig,“ sagte Lande beruhigend und lächelte zärtlich.
Aus der tiefen Finsternis lugte hinter dem schwarzen Horizont etwas Rotes hervor und wurde allmählich runder und größer. Im dunklen Wasser glänzten sofort Funken auf, und eine feine, zittrige Brücke von Gold spannte sich geradlinig von einem Ufer zum anderen, wie eine geheimnisvolle, wortlose Aufforderung, in eine neue, azurne Welt hinüberzusteigen.
„Wie schön!“ rief Marja Nikolajewna mit voller, begeisterter Stimme, und freudig leuchtete diese frische und kräftige Stimme über den Abhang.
Lande richtete seinen Blick auf sie und schaute auf ihr junges, schönes Gesicht, das mit tiefen Augen an ihm vorbei in die Ferne sah.
„Iwan Ferapontowitsch,“ sagte Firsow mit trauriger, knarrender Stimme, während er sich erhob, „wir werden uns gewiß noch sehen ... Jetzt muß ich gehen.“