„Sein Gesicht ist nicht schön, aber sehr interessant.“
„Sie wissen nur von Ihrer Kunst etwas; — nichts mehr!“ sagte Marja Nikolajewna, lachte halblaut und wandte ihr Gesicht dem Mond zu.
„Nein, ich sehe alles Schöne!“ erwiderte Molotschajew, wobei er in diese unbedeutenden Worte einen besonderen Sinn legte, der aber ihr nahe und verständlich war.
„Und außer dem Schönen?“
„Weiß es der Teufel! Wohl nichts!“ Molotschajew zuckte die eine Achsel.
Marja Nikolajewna lachte. Unter der weißen Bluse hob sich durch das Lachen ihre Brust; sie sah bei dem Mondenschein, scharf umrissen von tiefen, feuchten Schatten, fast nackt aus.
Mit weitgeöffneten Augen schaute Molotschajew sie an; es trieb ihn gebieterisch zu ihr. Er beugte sich nieder und sah von der Seite ihre dunklen, glänzenden Augen, die nicht auf ihn blickten, die wortlos zu warten und etwas geheimnisvoll zu verheißen schienen.
Es war still. Nur irgendwo fern hinter den düsteren und kalten Häusern schlug einmal ein kleines Hündchen an.
Eine seltsam gespannte Erregung steckte in allem.
„Leben möchte ich!“ sprach Marja Nikolajewna erst leise, aber ihre Stimme wurde wie von selbst lauter und stärker. „Etwas tun möchte ich, lieben möchte ich ...“