„Gleich alles geben!“ lächelte Lande freudig und zärtlich ihrer Schönheit und ihren klaren Augen zu.
Auch seine Stimme war so ruhig und innig, daß Marja Nikolajewna für einen Augenblick nachdenklich wurde. Irgend eine warme und sanfte Saite hallte feinfühlig im Innern ihrer Seele wider.
... Reizend ist er und ganz eigenartig ... Ein Seliger. Sie erinnerte sich wie Ssemjonow einmal Lande genannt hatte ... Nein, er ist kein Seliger.[4]
Sie wünschte, daß er es nicht wäre. Nicht weil er vor ihr stand. Aber in dieser Nacht stieg das Verlangen in ihr auf, daß jenes Machtvolle und Schöne, das im Mondenschein, im gestirnten Himmel, in der feierlich-ruhig schlafenden Erde um ihr war — jetzt auch, im Lebendigen und Bewußtsein schlicht und einfach aufleuchte.
„Ich muß hier ...“ Lande war unschlüssig. Er wäre am liebsten mit ihnen zusammengeblieben.
„Adieu!“ Molotschajew reichte ihm kühl und hastig die Hand.
Lande überlegte; dann ging er still lächelnd fort.
... Laß sie schon ...! sagte er sich; seine Seele wurde weit und gerührt, als umarmte er die ganze Welt.
Marja Nikolajewna ging lange schweigend neben Molotschajew; feierliche Stille schien auch ihre Seele zu überwältigen.
„Dieser Lande ist wohl übergeschnappt!“ meinte Molotschajew. „Ein Narr ... Vielleicht nicht mal ein Narr, ganz im Gegenteil!“ fügte er mit einer Grimasse hinzu; doch plötzlich fuhr er nachdenklich fort: