„Und Sie ... haben Sie viel Geld?“ sagte Molotschajew mit verstellter Ironie ... Er macht sich originell! dachte er, wurde aber sofort ärgerlich, weil er fühlte, daß er nur aus Neid die Unwahrheit dachte.
Marja Nikolajewna sah Lande aufmerksam an.
„Ich habe ...“
Lande strich die Mütze zurecht und fuhr ruhig fort: „Nicht sehr viel ... ich habe vier Tausend.“
Und wieder mußte Molotschajew denken:
... Hat doch eine wirkungsvolle Pause gemacht!
Dann blickte er zufällig auf Marja Nikolajewna und vergaß an Lande.
„Sie haben ein Gesicht wie aus einem Stuckschen Gemälde wenn Sie lachen oder wenn Sie nachdenklich werden!“ sagte er mit begeisterter, aufrichtiger Stimme, und seine Augen glänzten freudig.
Marja Nikolajewna lachte; ihre weißen Zähne schimmerten unter dem Mondlicht für einen Augenblick hell und geheimnisvoll zwischen den scharfumrissenen, halbgeöffneten Lippen. Lande blickte sie an und sah, daß ihr Gesicht in der Tat weiß und kräftig, zart und brutal war, wie auf einem Gemälde von Stuck. Und sie war auch sonst so hochgewachsen, schlank und kräftig; ein frischer und erregender Duft strömte von ihr aus.
„Wollen Sie ihnen wirklich gleich alles geben?“ fragte Marja Nikolajewna Lande und versuchte ihr Gesicht vor Molotschajew zu verbergen.