„Das sind eben Märtyrer!“ Tkatschow warf den Kopf in den Nacken.

„Meinen Sie denn, Tkatschow, daß die Märtyrer irgendwelche besonderen Menschen waren? Nein, ich, und Sie, und jeder, selbst der geringste Mensch, wird alles für eine Idee ertragen, wenn es nur seine Idee, sein Gefühl ist! Stimmt das nicht?“

„Vielleicht wahr ...“ meinte Tkatschow düster.

„Ja, wahr!“ Landes ganzes Gesicht leuchtete freudig auf. „Die Wahrheit lebt im Menschen, diese riesige Kraft, gerade im Menschen lebt sie! Und wenn dem so ist, dann kann der Mensch alles erreichen, dann kann jeder alles! ... Gegen jede Macht ankämpfen und siegen ... Warum haben Sie gestohlen, Tkatschow?“

Tkatschow erzitterte, fing an blaß zu werden, so daß man sehen konnte, wie ihm allmählich das Blut aus dem Gesicht wich, und starrte wütend, mit weit aufgerissenen Augen, aus denen furchtbare Qual hervorlugte, Lande an.

„Was geht das Sie an?“ schrie er ihm heiser zu, seinen langen, schwarzen Hals ausstreckend.

„Ich weiß warum,“ sagte Lande mit zitternden Lippen, „ich möchte darüber mit Ihnen sprechen ...“

Unverwandt durchstach Tkatschow mit einem furchtbaren Blick seine Augen. Nahe vor sich sah Lande die dunklen Pupillen, die völlig rund geworden waren; tief in ihnen wurzelte die ohnmächtige, unausreißbare Kränkung und Wut. Aus irgendwelchem Grunde schien Lande, daß ihn Tkatschow, wenn er jetzt blinzelt, niederschlagen oder ihm ins Gesicht spucken werde. Aber er blinzelte nicht.

Plötzlich senkte Tkatschow die Augen.

„Nichts wissen Sie!“ sagte er leise, grob und herausfordernd.