„Tkatschow,“ sagte er mit flehendem Ton, seinen Arm berührend, „Sie haben das absichtlich gemacht, ich sah es an Ihren Augen! ... Warum das, Tkatschow, warum?“

Tkatschow blickte ihn schwer und düster an, als ob er nichts verstanden hätte und an ganz etwas anderes dachte.

„Hast du einen echten Menschen gesehen?“ fragte er heiser. „Da, kannst ihn sehen!“ er riß den langen, dünnen Hals nach der Richtung Molotschajews herum. „Das ist ein Kerl ... eine Kraft! ... Und du ... du bist so, ein Stück Dreck bloß! Zu nichts taugst du!“

„Mag sein,“ gab Lande zu, — „aber trotzdem, warum hassen Sie mich so? Wirklich nur, weil ich minderwertiger bin, als er?“

Tkatschow erwiderte: „Deswegen, weil ich so viele Jahre an dich geglaubt hatte! Bin selber, siehst du, dazu gekommen ...“ er schlug sich bitter gegen die zerschlagene Backe, — „und sehe jetzt, daß ich ein Schafkopf war, glaubte den süßen Schwindel. Aber mein Leben — wo ist es, he? Ist vorbei ... Ich sollte jetzt vielleicht ein Mensch sein, und bin ... Jetzt verstehst du es vielleicht? Du! ... Ihm aber ... dem bezahle ich’s noch! ...“ fügte er plötzlich hinzu und schwenkte mit ohnmächtigem Haß die schwarze Faust. — „Und wenn ich selber zum Teufel gehe, er soll an mich denken! ... Wart’ nur!“

Tkatschow drehte sich schnell um und ging fort. Lande kam es vor, als ob er noch weiter heiser vor sich hinbrummte; aber Tkatschow wandte sich nicht mehr um und verlor sich bald im grünen Walddunkel. Lande sah ihm lange nach, rang mit tiefer, ratloser Verzweiflung seine Hände, seufzte, zog sich langsam an, und schritt dann aus, um Marja Nikolajewna und Molotschajew einzuholen.

„Jetzt ist er verzweifelt; aber wenn er sich beruhigt, finde ich ihn noch ...“ schwirrte es trübe durch seinen Kopf.

„Hier habe ich Ihren Schrei gehört!“ erzählte lebhaft der Maler, indem er Kasten und Staffelei am Wege aufhob. „Ich habe Sie schon vorher bemerkt und wollte Sie einholen, hatte aber den Spachtel verloren und mußte erst lange suchen ... Nun, Gott sei Dank, ich bin doch noch zur rechten Zeit gekommen!“

Marja Nikolajewna sah sich kaum um, als sie Lande hinter sich fühlte. Er lächelte ihr vertrauensvoll und zärtlich zu, sie wandte sich aber schnell ab und mußte sich anstrengen, einen neuen Anfall ihres nervösen Lachens zu unterdrücken. In diesem Augenblick kam ihr Lande nur armselig und lächerlich vor.

Molotschajew sah ihn ebenfalls von oben bis unten an und sagte mit schadenfroher Verachtung: