Sie sahen sich um und erblickten etwas Riesiges, Schwarzes, dicht neben sich aus der Finsternis herauswachsen. Schwarzer Dunst quoll, wie eine ungeheure, niederwuchtende Säule empor und beschmutzte Himmel und Sterne. Ein rotes Feuer blickte sie scharf und gierig an.

Man hörte schon, wie das Wasser düster aufwirbelte. Ein scharfes, messinghartes Pfeifen durchbohrte die Luft, erfüllte den Himmel, das Wasser, im selben Augenblick bedeckte der riesige Schatten den Mond vor ihnen, füllte alles mit Finsternis an, peitschte eine schwere kalte Welle auf und hüllte sie in einen erstickenden Rauch ein, der sich mit den Spritzern und der Gischt aus der aufgerührten Tiefe vermischte. Das Boot ging in die Höhe, prallte gegen etwas an, stürzte einen furchtbaren nassen Abgrund hinab; für eine Minute schien es, daß sie untergehen. Aber im selben Augenblick floh der Schatten vorüber, der Mond sprang empor und blieb wieder, hell und unbeweglich, über dem Wasser stehen, das jetzt in wilder Freude quirlte und glitzerte.

„Wunderbar!“ Molotschajew war ganz hingerissen.

„Wunderbar!“ rief gleichzeitig Marja Nikolajewna mit klingender Stimme, und preßte die Hände an die Brust. Und glänzend vor Jugend und frischer Kraft fügte sie hinzu: „Das Herz riß mir geradezu ab. Ich meinte, wir ertrinken ... Der Tod!“

„Aber ich war gar nicht erschrocken!“ warf unerwartet und ruhig Ssonja hin: „Ist es denn nicht gleich, wann wir sterben! ... Ich hatte keine Angst!“

Molotschajew riß mit komischer Verwunderung die Augen auf. „O Gott! ... Ein kleiner Lande! Es wäre doch schon an einem genug!“

Marja Nikolajewna blickte ihn an, er schien ihr kräftig und schön; sie seufzte tief auf und lachte dann im Einklang mit ihm.

„Sie können Lande nicht verstehen!“ erwiderte Ssonja feindselig.

Molotschajew hob verachtungsvoll den Kopf. „Mag sein ... Warum auch! Dafür verstehe ich das Leben, die Liebe, die Schönheit ... mit meinem ganzen Wesen! ... Das Leben, die Kraft, die Jugend, die Schönheit — sie mögen leben! Marja Nikolajewna, nicht wahr?“

Marja Nikolajewna seufzte angestrengt und reckte sich still und stark mit der glücklichen Sehnsucht der verlangenden und wartenden Jugend.