„Wann werden Sie endlich genugsam gestritten haben, meine Herren?“ warf Molotschajew mit selbstsicherer Nachlässigkeit ein. „So werden Sie Ihr ganzes Leben lang verstreiten ... Gehen wir lieber rudern ... Mag doch jeder so leben, wie es ihm gefällt!“
„Sie verkünden eine heilige Wahrheit,“ erwiderte Ssemjonow und schwenkte die Hand. „Nur werde ich gerade ihrer richtigen Bemerkung gemäß nicht rudern, sondern schlafen gehen.“
„Auch ich kann nicht mitkommen,“ sagte Schischmarjow; „ich habe noch einiges zu lesen.“
Lande lächelte.
„So werden Sie wohl allein mitfahren, Marja Nikolajewna, weil ich auch fortgehe ... Ich fühle mich nicht ganz wohl.“
Sie gingen auseinander. Als das Boot in die Mitte des Flusses hinauskam, wurde es um sie ganz besonders hell und geräumig; es war leicht zu atmen. Ssonja kauerte unbeweglich auf dem Boden des Bootes und starrte von ihrem Sitz unverwandt in den Mond.
Das Wasser neben dem Boot war schwarz, schwer und bodenlos; in der dunklen Tiefe barg sich kaltes Grauen. Marja Nikolajewna beugte sich über Bord, und ein gieriger Hauch schlug aus der Tiefe in ihr Gesicht. Trübe spiegelte er sich in ihm wieder; es sah blaß und tot aus.
„Ah, es ist ängstlich!“ sagte sie und lehnte sich zurück.
Molotschajew warf den Kopf hoch, lachte und begann zu singen. Seine Stimme schlug wie herausfordernd an die glatte, düstere Oberfläche und hallte irgendwo im freien Raum wieder.
„Der Dampfer ...“ sagte Ssonja leise.