„Was für Scherze? Was ist denn los?“
Wieder wirbelte ihr silberhelles Lachen in der Finsternis und klang zurück; heiße Furcht und gierige Wünsche tönten heraus. Von unten drückte sich in Molotschajews Kopf eine schwere, rachsüchtige Reizung durch. Die Haare klebten an seiner weißen Stirn, Nebel schwamm vor seinen Augen, im Kopf schwindelte es dumpf und still.
„Ah!“ schrie er heiser, beugte trotzig den Kopf, wie ein Stier, nach vorn, und schob sich langsam auf sie zu. Er vergaß an alles, entfernte sich von allem, sah nur noch, wie sie ihn biegsam und neckisch anlockte. Mit seinem ganzen Wesen empfand er, daß sie ihn ebenso heiß begehrte, daß sie nur fürchtete, ihn neckte und ihm trotzte. Das instinktive Verlangen vermischte sich plötzlich mit wollüstigem Haß, mit dem Durst nach brutaler Vergewaltigung und schamlosen Schmerzen.
„Na—na—na! ...“ schrie das Mädchen erschrocken auf und schlug ihn mit irgend einem nassen stechenden Zweig, der ihm das Gesicht mit kalten Tropfen bespritzte, über die Hand.
„Gehen wir lieber nach Hause ... Sie sind heute zu — — gefährlich!“ sagte sie, noch zitternd und doch schon ihren Sieg auskostend. Mit dem brennenden Genuß, mit dem der Mensch in einen tiefen Abgrund schaut, nahm ihn das Mädchen höhnend unter den Arm.
Und sie gingen. Sie blickte ihm von unten ins Gesicht; spottete über seine Ohnmacht, sprühte Tau und Funken ihres nervösen, erregenden Lachens auf ihn nieder und er, der Ungeschickte, Brünstige, Wilde, er ging demütig, feige neben ihr und bezwang das wütende Verlangen, sie zusammenzuknicken, aufs Gras zu drücken, zu unterwerfen, durch seine Kraft und Leidenschaft zu vernichten.