Lande schlug verzweifelt die Hände zusammen. „Ssonja, was reden Sie!“ rief er.

„Ich hasse sie alle!“ sagte Ssonja, rachsüchtig die Augen kneifend. „Wie abgeschmackt sie alle sind, wie schmutzig ... wie die Hunde!“

Lande sah sie mit weitgeöffnetem Mund und Augen, mit unverholener Furcht an, ihm schien, daß dies nicht die kleine Ssonja, sondern irgend ein kleiner, böser Kobold wäre.

XIX

Die Prügelei am Abhang peitschte eine schleimige Welle klebrigen Klatsches auf. Der Name Marja Nikolajewnas wurde im Zusammenhang mit Lande durch die ganze Stadt geschleift. Wohin sie auch kam, traf sie dieselbe stechende Neugierde oder notdürftig umkleidete Verachtung. Das gehetzte Mädchen strengte sich vergebens an, dem Schmutzigen, Kalten, das sie unsichtbar umschloß, zu begegnen. Manchmal packte sie stumpfe Verzweiflung, in der das ganze Leben zerstört schien; dann wieder wuchs aus der matten Ruhe, die sie mit sich brachte, das Gefühl der Beschämung und körperlichen Kränkung und der Haß gegen Lande empor.

Doch als Lande zum ersten Mal zu ihr kam, regte sich in ihrem Herzen die trübe Hoffnung, daß alles wie ein häßlicher Traum vorübergehen und ihr Leben wieder wie früher schön und freudig sein würde.

Lande trat still ein; über Backe und Auge war eine dicke, weiße Binde gebunden, so daß sein Kopf unförmig groß aussah, wie eine riesige weiße Federblume, die sich auf einem dünnen, unsicheren Stengel wiegt.