„Ich bitte Sie ja gar nicht darum ... Gehen Sie fort!“

Lande hielt sie mechanisch bei der Hand; schon das rief in ihr Ekel hervor. Er legte seine ganze Seele, voll Leiden und Liebe, in die unzusammenhängenden Worte, die von seinen Lippen stürzten, doch das Mädchen riß ihre Hand aus der seinen. „Lassen Sie ... mich!“ wiederholte sie mit fremder, nicht eigener Stimme.

Lande fuhr mechanisch mit ihrer Hand an seinem Rock entlang; er strengte sich an, mit Augen voller Qual, in ihre Seele zu blicken. Sie antwortete ihm nicht, als ob sie taub wäre, und blickte ihn nicht an. Sein heißer Wille zerschlug sich ohnmächtig an diesem Haß, und drang nicht in die Seele; es war, als ob er sein entblößtes blutendes Herz, weit ausholend, gegen hartes, kaltes Eis schleuderte.

„Liebe, verstehen Sie mich doch. Es gibt doch eine andere Liebe ... es gibt doch,“ fragte Lande, ihre Finger drückend.

„Aber lassen Sie mich endlich los!“ sagte sie mit wildem, dumpfen Schmerz. „Es tut mir doch weh ...“

Lande kam zur Besinnung und ließ ihre Hand frei. „Verzeihen Sie mir ... ich habe es nicht gewollt ...“ stammelte er.

Das Mädchen sah ihn verächtlich von der Seite an. Mit unnatürlicher Ruhe ordnete sie das Haar, wobei sie Haarnadeln auf den Boden fallen ließ, und ging plötzlich an ihm vorbei aus dem Zimmer, unnahbar kühl und feindselig.

Um Lande her wurde es leer und dunkel. Durch die Fenster floß blaue, tote Dämmerung und füllte das Zimmer. In der Stille, die mit einem Mal entstanden war, leuchteten noch, wie es schien, Bruchstücke der gespannten geflüsterten Worte.

„Marja Nikolajewna!“ rief Lande leise, seine einsame Stimme hallte aus einer dunkeln Ecke etwas spöttisch zurück.

Die Tür knarrte und das Dienstmädchen trat, ein gefaltetes Stück Papier behutsam vor sich tragend, ein. Es hatte runde, dumme Augen und blickte Lande ängstlich an.