Tkatschow hob sich wieder ein wenig vom Stuhl und beugte sich ganz dicht zu Lande vor, sodaß ihm sein heißer Atem auf dem Gesicht brannte und seine dunklen, düsteren Augen fast in Landes Gehirn eindrangen.

„Man muß die Nachricht von einem neuen Glauben in das Volk tragen!“ flüsterte er gedämpft, begeistert drohend mit entflammten Blicken.

„Was?“ rief erstaunt und erschrocken Lande.

„Ein neuer Glaube! ... Ja ... das Volk wartet. Eine wahre Sehnsucht ... so daß ... weil es überall unerträglich zugeht! überall! ... Zu Ihnen wird man aus allen Ecken und Enden kommen, aus ganz Rußland kommen! ... Nur muß man die Nachricht davon in Umlauf setzen ... Sie werden über allen stehen, alle führen ... Iwan Ferapontowitsch!“

Tkatschow zitterte und brannte am ganzen Körper.

„Was für ein Glaube, wovon sprechen Sie, Tkatschow!“ erwiderte Lande streng. „Was kann ich ihnen geben?“

„Sie? Alles können Sie, Iwan Ferapontowitsch! ... Und der Glaube ist nur so, des Anfangs wegen ... Nur um Bewegung hineinzubringen!“

Blaß und streng stand Lande auf.

„Das ist nicht das Rechte, Tkatschow!“ sagte er. „Verstehen Sie denn wirklich nicht, was Sie wollen, was das für ein furchtbares Übel, Betrug und Frevel wäre! Wahrheit kann nicht aus Betrug kommen, und ich kann es nicht ... Lassen Sie das nur!“

Tkatschows Gesicht verfinsterte sich in unendlichem Schmerz.