Tkatschow seufzte gespannt, als ob er sich vorbereitete, eine riesige Last auf sich zu nehmen.
„Ich glaube so, Iwan Ferapontowitsch, daß nämlich ... ich kann es nur nicht glatt ausdrücken ...“
„Reden Sie nur, Tkatschow! ... Sie werden schon alles gut sagen!“ er streichelte ihm die Hand. „Reden Sie und trinken Sie Tee ...“
„Ich werde es sagen ... ich bin ja dazu gekommen ... Sie müssen nur zuhören, Iwan Ferapontowitsch!“
„Ich höre schon!“
„Alles, was ich damals im Gefängnis zusammengeredet habe, das war nur so, aus lauter Verzweiflung! Soviel habe ich gelitten, soviel Böses und Ungerechtigkeit und Niedertracht gesehen, daß ich den Glauben an den Menschen verloren hatte ... Ich dachte mir, daß es eben so sein muß! Ein Lump ist der Mensch ein für allemal und damit basta! Wo ich auch hinschauen mag — lauter Raubtiere überall! Eine solche Verzweiflung hatte mich damals gepackt, eine solche Wut, daß ich es Ihnen gar nicht sagen kann ... Und Sie würden es ja auch nicht verstehen können, Iwan Ferapontowitsch! ... Zu hassen begann ich die Menschen und mich und das Leben!“
Tkatschow riß die Augen auf, hielt ein, um tief Luft zu holen. Lande blickte ihm traurig in die Augen und streichelte still seine Hand.
„Aber dann ... Sie haben mir die Augen geöffnet, Iwan Ferapontowitsch ...“ sagte er mit zitternder Stimme. „An Ihnen sah ich, was ein wahrer Mensch heißt! ... wie ein Mensch sein kann! ... Da erinnerte ich mich auch, wie der Herr Sodom und Gomorrha wegen zweier Gerechten verschonen wollte ... Und da dachte ich mir, daß ein solcher Mensch das Leben umgestalten kann ...“
„Tkatschow!“ Lande wollte ihm ins Wort fallen.
„Nein, warten Sie, warten Sie erst ... Ich weiß es, jetzt ist nicht ein jeder imstande, Sie zu verstehen, aber das dringt ein, dringt durch alles hindurch! ... Später erinnert man sich schon, man wird schon verstehen ... Wenn Sie nur ... Ich habe einen Plan, Iwan Ferapontowitsch.“