Lande seufzte traurig. „Ich weiß nicht ... vielleicht wird es auch gar keinen Nutzen haben ...“ meinte er beklommen.
Schischmarjow zog verwundert die Augenbrauen hoch. „Was hat es dann also für einen Zweck?“
„Was für einen Zweck es hat? Jene Wahrheit, die ich empfinde und die mich ruft!“ sagte Lande mit einer Stimme, die tief aus seiner Brust kam.
„Wieder einmal die Wahrheit!“ meinte Schischmarjow ironisch.
„Natürlich ist sie die höhere, da es nichts gibt, das noch höher wäre!“ erwiderte Lande ernst.
Schischmarjow riß geradezu die Schultern in die Höhe. „Die höhere Wahrheit ist nur eine, diejenige, die uns die Vernunft, die Logik, gibt!“ rief er. „Wir besitzen nichts, was nicht durch Denken erworben ist!“
Lande schlug die Hände zusammen. „Was sagst du! Wie armselig, wie dürftig wäre das Leben, wenn dem wirklich so wäre!“
Schischmarjow sprang auf und schwang die Arme hoch; seine schmalen Schultern flogen dadurch fast bis an die Ohren.
„Wie — armselig? Meines Erachtens ist es gerade armselig, sich mit Märchen einlullen zu lassen, seinem Denken im Voraus Schranken zu setzen.“
„Die Vernunft kennt selbst ihre Schranken ...“ erwiderte leise Lande.