VIII

Als Mishujew nach Hause kam, sich an den Schreibtisch setzte und gewohnheitsmäßig nach einem Haufen Briefe und Telegramme greifen wollte, trat Maria Sergejewna frisch und leuchtend ein. Mit ihr schien eine ganze Wolke Bergluft, Blumenduft und Meeresgeruch in das Zimmer zu strömen. Und an ihrem Gesicht, das grundlos lächelte, an ihren Augen, die schlüpfrig glänzten, merkte er, daß sie schon jetzt, bevor sie ein Wort gesprochen hatte, log. Log und sich fürchtete; eine Furcht, die nur schöne Frauen kennen. Das feine und durchsichtige Spiel von Schönheit, Hilflosigkeit und Lüge verleiht ihnen einen erregenden, unfaßbar geheimnisvollen Schimmer.

Sie rief seinen Namen, lief, etwas zu leicht und lebhaft, auf ihn zu und legte ihre warmen Hände auf seine breiten Schultern.

„Du bist schon nach Hause gekommen! ... Liebster, wie ich mich nach dir gesehnt habe!“

Mishujew sah ihr fest in die Augen, durch die dunkle Funken huschten, und wurde ernst. Stechende, krankhafte Verdächtigungen stiegen im Augenblick in ihm auf; er fühlte sich sofort matt und unsicher.

„Wenn du nur eine Ahnung hättest, wie nett es dort war! Wir fuhren die Chaussee nach Sympheropol herunter, weit — weit! Den ganzen Weg lang trieben wir Kindereien, sangen, lachten ... Nachher soupierten wir in Gurjew!“

Mishujew sah sie schweigend, aufmerksam an, und unter seinem schweren Blick rötete sich das zarte Gesichtchen kaum merklich, das Figürchen wurde geschmeidiger, wie bei einer Katze, die Pupillen leuchtend von unsicherem, falschem Licht.

„Nein, wirklich ... Du bist doch nicht böse, Theodor, daß ich mich so herumtreibe?“ sie guckte ihm in die Augen. „Ich habe dich wirklich vernachlässigt! ... Warum bist du auch nicht mit uns gefahren? Es war so schön! ... Und ohne dich ist es doch nicht das richtige!“

Sie wollte ihn küssen, bog ihren ganzen biegsamen Körper herüber und berührte ihn wie absichtlich mit ihrer elastischen Brust.