Mishujew rückte erregt zurück.
„Höre, Mary, heuchle gefälligst nicht!“ sagte er ungeschickt.
„Was denn?“ Maria Sergejewna machte große, aufrichtige Augen. Aber aus ihnen lugte noch durchsichtiger und heller die feige weibliche Lüge hervor.
„Ich sehe doch, daß mit dir etwas passiert ist,“ sagte Mishujew mit Überwindung. „Also brauchst du nicht zu lügen ... Sage geradeheraus, was du hast ... Das ist besser.“
Maria Sergejewna stieß ein falsches Lachen aus und schmiegte sich mit ihrem ganzen Körper, dem Busen, den Armen, Beinen, den kitzelnden Haaren an ihn; sie hoffte offenbar, ihn durch den Rausch ihres Duftes, ihrer Wärme und Elastizität umzustimmen.
Mishujews Körper wurde durch diese unwahre Liebkosung statt der sonstigen Erregung von unerträglicher, physischer Wut gepackt.
„Aber laß das doch, sag ich dir! ...“ er schob grob seine Schultern vor ihre Umarmung.
„Wie sonderbar du heute bist ... was regst du dich denn auf!“ Maria Sergejewna tat verwundert und machte fast mit Gewalt den Versuch, ihn zu umarmen. Aber Mishujew stieß sie so grob zurück, daß es sie augenscheinlich schmerzte, denn ihr hübsches Gesicht wurde für eine Weile von einem erschrockenen Ausdruck überzogen. „Bei Gott ...“ rief sie nochmals.
„So erzähle endlich!“ schrie er wütend.
Die kleine Frau erschrak und trat zur Seite, aber auch von weitem blickten ihn immer noch ihre durchsichtigen, unwahren Augen an.