„Ach nichts! ... Kleinigkeiten ... Ich wollte es dir anfangs gar nicht erzählen ...“

Eine Kältewelle rieselte über Mishujews Kopfhaut. Er fühlte, daß er unter einem tollen Wutausbruch das Bewußtsein verlieren würde, wenn sie nicht sofort mit der Sprache herausrückte; es mußte etwas Furchtbares geschehen.

Sie schien es selbst zu fühlen, denn sie kam vorsichtig auf ihn zu und legte ihre Fingerspitzen wie tastend auf seinen festen Ellenbogen.

„Siehst du ... du darfst aber nicht böse sein ... Es war nichts weiter ... Wir soupierten in Gurjew auf dem Balkon, du weißt, so über dem Meer ... dort ist es wunderschön, und ...“

Sie zog die Erzählung in die Länge, während sie sich immer noch vorsichtig mit den Fingern auf seinen Ellenbogen stützte; Mishujew fühlte, wie diese niedlichen Fingerspitzen leise zitterten.

Die Sicherheit, daß etwas Gemeines, nicht Gutzumachendes geschehen sei, wuchs mit Blitzesschnelle in seinem Gehirn.

„So erzähle endlich!“ brüllte er in einer Aufwallung von Zorn und Schmerz so laut, daß seine Stimme durch die ganze Wohnung dröhnte.

Maria Sergejewna sank beinahe in sich zusammen, ihre Augen wurden ganz rund, wie bei einer aufgeschreckten Katze.

„Siehst du ...“ stammelte sie hastig, halb die Worte verschluckend, ohne sich vom Fleck zu rühren. „Ich habe dort Wassja ... habe meinen Mann ... getroffen ... er bat mich, ich möchte zu ihm hereinkommen, er wollte mit mir sprechen ... Ich hätte es nicht tun dürfen, nicht wahr?“ Sie fragte unerwartet; es war deutlich zu erkennen, daß sie selber wußte, sie hätte es nicht tun sollen, und mit dieser Frage nur von neuem log.

Mishujew schwieg und atmete schwer.