„Warum folterst du mich so! ... Ich weiß von nichts ... von nichts ...“
Mishujew schwieg und atmete schwer. Er fühlte, wie sein ganzer Körper, sein Herz und Gehirn in schwarze Leere versanken.
Maria Sergejewna schluchzte auf und verstummte. Er schwieg und wartete auf etwas. Ohne mit dem Weinen aufzuhören, hob sie schüchtern ihren Blick. Da klatschte plötzlich eine scharfe Ohrfeige mit furchtbarer Kraft über ihr Gesicht.
„Ah!“ schrie Maria Sergejewna; sie verlor für einen Augenblick vor Entsetzen und Schmerz fast die Besinnung.
„Luder!“ sagte Mishujew heiser. Schwer und vierschrötig, in der Finsternis unsichtbar, kroch er fort, wobei er sich bemühte, ihren warmen, regungslosen Körper nicht zu berühren, und ging rasch, an die Möbel stoßend, aus dem Zimmer.
„Ende!“ sagte in ihm dumpf eine Stimme.
Inmitten seines Arbeitszimmers blieb er stehen und starrte mit weit aufgerissenen Augen vor sich hin. Dort, hinten, suchte das gespannte Ohr irgend einen Laut zu fassen, aber alles blieb still, wie ausgestorben. Er fürchtete sich, auch nur einen Finger zu rühren, ihm schien, daß die leiseste Bewegung den Tod mit sich bringen würde. Sein ganzes Wesen war ein einziger, unsäglicher Schmerz. Entsetzliche Scham, tiefste Vereinsamung und tödliches, herzzerreißendes Mitleid mit sich und mit ihr verschlangen sich chaotisch mit kalter, böser Freude, als ob er endlich an jemandem Rache nahm, indem er, ihm zum Trotz, sich selbst vernichtet hatte.
„Ende!“ sagte Mishujew mit sonderbarem Lächeln.
Er wollte dieses unsinnige Lächeln unterdrücken, aber es wuchs in die Breite, wurde größer, zerrte an seinem Gesicht, er konnte die klappernden Kiefer nicht ruhen lassen, und mit einem Mal zuckte sein ganzes Gesicht in einem furchtbaren, wahnsinnigen Krampf auf.