Karssawina und Dubowa waren irgendwohin auf Besuch gereist, und seitdem verlief das Leben Jurii Swaroschitschs einförmig und ohne Interesse.

Sein Vater, Nikolai Jegorowitsch, war von häuslichen Angelegenheiten und dem Klub so in Anspruch genommen, und Ljalja und Rjäsanzew wurden in so offensichtlicher Weise von jeder Anwesenheit eines Dritten gestört, daß sich Jurii in ihrer Gegenwart vollständig überflüssig fühlte. Schließlich kam es dahin, daß er sehr spät schlafen ging, aber auch erst gegen Mittag aufstand. Und die ganzen Tage lang, während er bald im Garten, bald in seinem Zimmer saß, schwirrten ihm ununterbrochen Gedanken durch den Kopf; er erwartete eine mächtige Welle von Energie, durch die er etwas Ganzes in Angriff nehmen würde. Dieses „Ganze“ erhielt jeden Tag neue Gestalt. Einmal war es ein Bild, dann wieder eine Folge von Artikeln, die, ohne daß es Jurii bewußt wurde, der ganzen Welt beweisen mußten, welchen großen Fehler die Sozialdemokratie beging, als sie Jurii Swaroschitsch nicht die führende Rolle in der Partei zuwies. Manchmal auch wollte er Anschluß an das Volk und eine rege, innige Tätigkeit in ihm finden — immer aber war alles von Bedeutung und in jedem Zuge grandios.

Doch die Tage gingen ebenso fort, wie sie kamen, und brachten nichts außer Langeweile mit sich. Einige Mal besuchten ihn Nowikow und Schawrow; auch Jurii selbst ging auf Vorträge und machte Besuche. Doch alles blieb ihm innerlich fremd, zerstreute ihn nicht; es hatte keinen Zusammenhang mit dem, was tief in ihm trauerte.

Eines Tages ging Jurii im Vorbeigehen zu Rjäsanzew mit hinein. Der Arzt bewohnte eine große und saubere Wohnung; in den Zimmern gab es eine Menge Gegenstände, die zur Zerstreuung eines gesunden und intelligenten Menschen dienen. Turnapparate, Hanteln, Schläger, Angelgerätschaften, Netze für Wachteln, Pfeifen und Zigarrenspitzen. Ueber allem lag die Ausdünstung eines kräftigen, männlichen Körpers ausgebreitet.

Rjäsanzew trat ihm liebenswürdig und zutraulich entgegen, zeigte ihm alle seine Schätze, lachte, erzählte eine Anekdote, bot zu rauchen und zu trinken an, und forderte ihn schließlich auf, mit ihm auf die Jagd zu gehen.

„Aber ich habe ja keine Büchse,“ sagte Jurii.

„So nehmen Sie eine von mir. Ich habe acht Stück.“

Rjäsanzew sah in Jurii den Bruder Ljaljas; er wünschte mit ihm befreundet zu werden und ihm zu gefallen. So brachte er selbst bereitwillig seine Gewehre herbei, bat Jurii, sich eins auszuwählen, nahm sie auseinander, erklärte ihren Mechanismus und schoß dann im Hof nach der Scheibe, so daß schließlich auch in Jurii der Wunsch rege wurde, ebenso freudig zu lachen und zu schießen wie er. Jetzt machte es ihm sogar Vergnügen, Gewehr und Patronen gleich an sich nehmen zu können.

„Also vorzüglich,“ Rjäsanzew war aufrichtig erfreut. „Grade morgen wollte ich auf den Entenstrich. Fahren wir zusammen, was?“