Sarudin stieg das Blut zu Kopf. Hätte sie ihm Halunke oder Schurke zugerufen, so würde er das ganz ruhig ertragen haben, aber gerade das Wort Rindvieh klang besonders häßlich und widersprach ganz der Vorstellung, die er sich über seine Person gebildet hatte, er wurde vollständig verwirrt. Sogar das Weiße seiner schönen, konvexen Augen rötete sich. Er lächelte ratlos, zuckte die Schultern, riß seinen Kittel auf und schloß ihn wieder und empfand im Augenblick nur, daß er tief unglücklich sei. Aber gleichzeitig damit begann in irgend einem Winkel unwillkürlich das Gefühl der Freude darüber zu wachsen, daß die Affäre mit Lyda so oder anders, doch auf jeden Fall zu Ende kam. Ein feiger Gedanke flüsterte ihm wieder zu, daß ein solches Mädchen wie Lyda ihn niemals mehr aufsuchen würde. Eine Sekunde lang tat es ihm leid, daß ihm eine so schöne und geschmackvolle Geliebte verloren gehen sollte, aber dann schlug er gleichgültig mit der Hand durch die Luft und dachte: Hol’s der Teufel, es gibt deren viele.
Er ordnete den Kittel, zündete sich mit Fingern, die noch zitterten, eine Zigarette an, markierte auf dem Gesichte einen geschickten, sorglosen Ausdruck und ging zu seinen Gästen zurück.
XVII
An dem Spiel war außer dem betrunkenen Malinowski niemand mehr interessiert.
Alle beschäftigte allein die Frage, was für ein Mädchen zu Sarudin gekommen sei. Die, welche errieten, daß es sich um Lyda Ssanina handele, waren unbewußt neidisch, und ihre Einbildung störte sie am Spiel, indem sie ihnen Lydas ungekannte Nacktheit und ihre Intimitäten mit Sarudin vorspiegelte.
Ssanin blieb nicht lange bei den Karten sitzen. Er stand auf und sagte: „Ich mache nicht mehr mit! Auf Wiedersehen!“