Ssanin war nicht verwundert; er hatte erwartet, daß ihm Sarudin eine Forderung schicken würde.

„Wünschen sie es sehr?“ fragte er scherzhaft.

Aber Dunja schien etwas Furchtbares zu ahnen; sie bedeckte sich nicht, wie gewöhnlich, das Gesicht mit dem Aermel, sondern sah ihm gerade voll hilfloser Teilnahme ins Gesicht.

Ssanin lehnte den Spaten an einen Baum, schnallte den Gürtel ab, band ihn wieder fester um, und ging, sich nach seiner Manier ein wenig in den Hüften wiegend, ins Haus.

... Das sind aber dumme Jungens. Das sind Idioten! dachte er ärgerlich über Sarudin und seine Zeugen, wollte sie aber dadurch nicht einmal in Gedanken beleidigen; er gab damit nur seiner aufrichtigen Meinung Ausdruck.

Als er durch das Haus ging, trat Lyda aus der Tür ihres Zimmers und blieb an der Schwelle stehen. Ihr Gesicht war gespannt und blaß; in ihrem Blick lag Schmerz. Sie bewegte die Lippen, sagte aber nichts. In diesem Augenblick hielt sie sich für das unglücklichste und verbrecherischste Geschöpf in der Welt.

Im Gastzimmer saß Maria Iwanowna hilflos im Fauteuil. Auch sie machte ein ängstliches, unglückliches Gesicht, und die einem Hühnerlappen ähnliche Haube hing ratlos auf der einen Seite hinab. Sie sah Ssanin mit ebensolchen bittenden Augen an, bewegte ebenfalls die Lippen und schwieg, wie Lyda.

Ssanin warf ihr einen lächelnden Blick zu, wollte stehen bleiben, kam aber gleich davon ab und ging weiter.

Im Saal saßen, auf den Stühlen, die der Tür am nächsten standen, Tanarow und von Deutz. Sie saßen nicht wie gewöhnlich, sondern stramm aufgerichtet und die Beine nebeneinandergestellt, als ob sie sich in ihren weißen Kitteln und den engen blauen Reithosen furchtbar unbequem fühlten. Bei Ssanins Eintritt erhoben sie sich langsam und unschlüssig; sie wußten augenscheinlich nicht, wie sie sich weiter zu benehmen hätten.

„Guten Tag, meine Herren,“ sagte Ssanin laut, auf sie zukommend, und reichte ihnen die Hand.