Von Deutz war einen Augenblick verlegen, aber Tanarow verneigte sich beim Händedruck übertrieben rasch und tief, sodaß Ssanin eine Weile seinen Nacken mit dem kurzgeschnittenen Haar vor den Augen hatte.
„Nun, was wollen Sie mir Schönes erzählen?“ fragte Ssanin. Er merkte die zuvorkommende Höflichkeit Tanarows und wunderte sich, wie gewandt und sicher der Offizier die Dummheit der verlogenen Zeremonie durchmachte.
Von Deutz richtete sich auf und wollte seinem langen Gesicht einen kühlen Ausdruck geben, erzielte aber nur einige verlegene Mienen. Es berührte eigentümlich, daß der sonst so schweigsame und schüchterne Tanarow sofort das Wort ergriff.
„Unser Freund, Viktor Sergejewitsch Sarudin, gab uns die Ehre, in seinem Namen mit Ihnen Rücksprache zu nehmen,“ deutlich und kühl, wie von einem in Bewegung gesetzten Apparat, kamen die Worte aus Tanarows Mund.
„Aha!“ versetzte Ssanin mit geöffnetem Mund und komischer Feierlichkeit. „Das ist aber nett von Ihnen.“
„Jawohl,“ fuhr Tanarow mit zusammengezogenen Augenbrauen beharrlich und fest fort, „er glaubt, Grund zu der Annahme zu haben, daß Ihr Benehmen ihm gegenüber nicht ganz ...“
„Ja gewiß ... ich verstehe schon ...“ fiel Ssanin, der die Geduld verlor, ein. „Ich habe ihn fast die Treppe hinuntergeworfen ... Was kann da schon nicht ganz erklärlich sein!“
Tanarow gab sich Mühe, ihn zu verstehen; es gelang ihm aber nicht und so fuhr er fort:
„Jawohl ... Er verlangt nun, daß Sie Ihre Worte zurücknehmen.“
„Ja, ganz recht ...“ Auch der lange von Deutz hielt es für nötig einzugreifen und trat wie ein Storch von einem Bein aufs andere.