Ssanin sah mit plötzlich aufkommendem Widerwillen seine schmale Stirn und engen Reithosen an; er ließ ihn gar nicht zu Ende sprechen.

„Und so weiter und so weiter. Das kenne ich alles. Aber mit Sarudin werde ich mich nicht schlagen.“

Von Deutz wendete sich rasch um; Tanarow richtete sich auf und fragte mit einer verachtungsvollen Miene, scharf jede Silbe ausprägend:

„Aus welchen Gründen?“

Ssanin lächelte, und sein Widerwille verschwand ebenso schnell, wie er gekommen war.

„Ganz einfach. Erstens, weil ich keinen Wunsch habe, Sarudin zu töten, zweitens und wohl hauptsächlich, weil ich selbst nicht wünsche, von ihm getötet zu werden.“

„Aber ...“ begann Tanarow mit einer verzerrten Miene.

„Ich will nicht — und damit fertig!“ Ssanin stand auf. „Soll ich Ihnen etwa noch auseinandersetzen, warum? ... Fällt mir gar nicht ein! Ich tue es nicht ... Ich sage es, das genügt!“

Die tiefe Verachtung auf einen Menschen, der eine Forderung nicht annimmt, verband sich in Tanarow mit der unverrückbaren Ueberzeugung, daß auch kein Zivilist die Tapferkeit und Aufopferung besitzen könne, sich zu schlagen. Daher war er nicht im geringsten verwundert, — vielmehr freute ihn die Weigerung beinahe.

„Das ist schon Ihre Sache,“ sagte er, ohne aus seiner Verachtung ein Hehl zu machen. „Aber ich muß Sie in diesem Falle davon in Kenntnis setzen ...“