Lyda schwieg.
„Nun, was weiter?“
Ihr Kinn zitterte. Sie wendete sich plötzlich zu ihm und sprach mit erstickter Stimme, schnell und zusammenhanglos.
„Das ... das kann ich nicht begreifen ...“
„Ah,“ erwiderte der Bruder mit einer ärgerlichen Grimasse, „tut mir aufrichtig leid, daß du es nicht begreifst!“
Die niederträchtige, stumpfsinnige Dummheit der Menschen, die von allen, von Schlechten und Guten, von Schönen und Häßlichen, gleich ausgestrahlt wird, ermüdete ihn. Er drehte sich um und ging hinaus.
Lyda sah ihm nach. Plötzlich faßte sie sich mit beiden Händen an den Kopf und stürzte aufs Bett. Der lange dunkle Zopf löste sich schön wie ein weicher molliger Schweif auf der weißen Decke. In diesem Augenblick war Lyda so kraftvoll schön und geschmeidig, daß sie trotz ihrer Verzweiflung und Tränen wunderbar lebendig und jung aussah. Durch das Fenster blickte der vom Sonnenlicht durchsättigte grüne Garten herein; das ganze Zimmer strahlte freudig und hell; — — — Lyda sah nichts.