„Er ist auch nicht schlimmer, als alle anderen. Vorwärts, Bruder, gehn wir!“

„Nun, schön, meinetwegen!“ Rasch wie immer bei Ssanins Vorschlägen, willigte Iwanow ein. Sie gingen zusammen durch die Straßen, beide kräftig und fröhlich, — beide mit breiten Schultern und freien Stimmen, — sie sprachen zusammen, als wenn außer ihnen keine Menschen auf der Welt existierten.

Ssoloveitschik war nicht zu Hause, das niedrige Haus war abgeschlossen, der Hof leer und ausgestorben; nur Sultan rasselte neben dem Schuppen mit seiner Kette und bellte wütend auf die fremden Leute ein, die, niemand weiß wozu, über den Hof gingen.

„Was für eine Oede hier!“ sagte Iwanow. „Gehen wir lieber auf den Boulevard!“

Sie gingen fort, die Pforte klappte zu, und Sultan setzte sich, nachdem er noch ein paarmal in die Luft gebellt hatte, vor seine Hütte und blickte traurig auf seinen leeren Hof, auf die tote Mühle und die engen und krummen weißen Pfade, die sich durch das niedrige, staubige Gras schlängelten.

Im Stadtgarten spielte wie gewöhnlich die Kapelle. Auf dem Boulevard war die Luft schon kühl und leicht. Es gab viele Spaziergänger, und die dunkle Menge, wie das Steppengras mit Blumen, von Frauenkleidern und Hüten durchsetzt, zog sich in Wellen hin und her, goß sich bald in den dunklen Garten hinein, ebbte dann wieder vor seinem steinernen Tore zurück.

Ssanin schritt mit Iwanow am Arm, durch den Park. Gleich in der ersten Allee trafen sie Ssoloveitschik, der nachdenklich unter den Bäumen entlang bummelte, die Arme auf dem Rücken und die Blicke starr auf die Füße gerichtet.

„Wir waren eben bei Ihnen,“ rief ihn Ssanin an.

Ssoloveitschik lächelte schüchtern: „Ach so, Sie müssen mich entschuldigen. Ich hab nicht gewußt, daß Sie werden kommen ... Sonst möcht’ ich schon gewartet auf Sie. Ich bin, wissen Sie, so gerade ein bißchen gegangen spazieren ...“

Seine Augen waren glänzend und traurig.