„Kommen Sie mit uns!“ schlug Ssanin vor, und reichte ihm liebenswürdig den Arm hin.
Ssoloveitschik legte freudig seinen Arm in den Ssanins, machte selbst ein fröhliches Gesicht, schob den Hut in den Nacken und ging mit einer Miene einher, als wenn er nicht den Arm Ssanins, sondern wer weiß was für ein kostbares Ding mit sich trüge.
Sein Mund zerrann bis an die Ohren.
Zwischen den Militär-Musikern, die mit puterroten Gesichtern und vollen Backen in die überlauten Messingröhren hineinbliesen, drehte sich der schmächtige Regimentskapellmeister, und schwang in dem augenscheinlichen Bestreben, mehr als die Musik seine Person zur Geltung zu bringen, mit spatzenartigen Bewegungen den Taktstock. Daneben stand in dichten Reihen das einfachere Publikum — Unteroffiziere, Militärschreiber, Gymnasiasten, Burschen in hohen Stulpenstiefeln und Mädchen mit farbigen Kopftüchern; in den Alleen zogen einander, wie in einer endlosen Quadrille, bunte Gruppen von Damen, Studenten und Offiziere, entgegen.
An den dreien kamen Dubowa, Schawrow und Swaroschitsch vorbei. Sie lächelten einander zu und grüßten sich. Ssanin, Ssoloveitschik und Iwanow gingen noch einmal durch den ganzen Garten; beim Rückwege begegneten sie ihnen wieder. Jetzt war noch Karssawina hinzugekommen; ihre hochgewachsene, schlanke Figur wurde durch ein helles Kleid prächtig zum Ausdruck gebracht. Schon aus der Ferne lächelte sie Ssanin zu; in ihren Augen zuckte ein Schimmer koketter Freundlichkeit.
„Was laufen Sie da so einsam herum?“ rief Dubowa, „schwenken Sie bei uns ein!“
„Wollen wir in den Seitenweg einbiegen, meine Herrschaften, hier ist zu großes Gedränge,“ schlug Schawrow vor. Und die lustige junge Gesellschaft tauchte in dem Halbdunkel der dichtbelaubten schweigsamen Allee unter und erfüllte sie mit fröhlichen, klangvollen Stimmen und schallendem, grundlosem Gelächter.
So waren sie bis zum Ende des Gartens gegangen und wollten eben wieder umwenden, als hinter einer Ecke des Weges Sarudin, Tanarow und Woloschin einbogen.
Ssanin sah sofort, daß der Offizier diese Begegnung nicht erwartet hatte und unwillkürlich eine ratlose Miene annahm. Sein hübsches Gesicht rötete sich tief; doch nach kurzem Zusammenfahren richtete sich seine Gestalt straff auf. Tanarow lächelte wütend.
„Und dieser Wiedehopf steckt auch noch immer hier? ...“ Iwanow wies mit den Augen verwundert auf Woloschin.