Als das Haus im Grünen verschwunden war und um Ssanin und Lyda nur noch die verträumten Bäume gleich lebendigen Wesen standen, legte er seinen Arm um ihre Taille und sagte mit einer eigentümlichen Stimme, die zärtlich und doch bedrückend klang:
„Nein, bist du aber zu einer Schönheit herangewachsen. Muß der Mann glücklich sein, dem du dich als Erstem hingeben wirst ...“
Ein heißer Strom zuckte aus seinem kräftigen, wie aus Eisen geschmiedeten Arm durch den schmiegsamen und zarten Körper Lydas.
Sie wurde verwirrt, erzitterte, und schwankte fast von ihm zurück, als fühlte sie das Herannahen eines unsichtbaren Tieres.
Sie waren schon an den Fluß herangekommen, wo man den feuchten Dunst des Wassers roch, das spitze Schilf nachdenklich hin und her trieb und sich den Blicken die breite Fläche des andern Ufers öffnete, mit dem tiefen, warmen Himmel und dem ersten Aufblitzen der Sterne.
Ssanin trat einige Schritte zurück und erfaßte irgendwo mit den Händen einen dicken, trockenen Baumast; er brach ihn geräuschvoll ab und warf ihn ins Wasser.
Zarte Kreise erwachten und liefen nach allen Seiten auseinander; das Schilf am Ufer begann eilig zu nicken, als bestände zwischen ihm und Ssanin eine geheime Verbindung.