Es war gegen ein Uhr mittags. Die Sonne strahlte hell, doch rückte schon vom Garten wieder ein weicher, grünlicher Schatten heran. Licht, Stille und Wärme bebten gespannt in der Luft.

Maria Iwanowna kochte Eingemachtes und unter der grünen Linde roch es schmackhaft und eindringlich nach brodelndem Zucker.

Ssanin hatte sich seit dem frühen Morgen an den Blumenbeeten zu schaffen gemacht; er bemühte sich eifrig, die Blumen, welche ihre Köpfchen unter der Hitze und dem Staube sinken ließen, wieder aufzurichten.

„Du solltest doch erst das Unkraut ausjäten,“ rief ihm Maria Iwanowna zu, indem sie versuchte, durch den bläulichen, zitternden Dunst des Herdes zu ihm herüberzublicken. „Sage es doch Gruschka, sie wird es dir machen.“

Ssanin hob sein schweißbedecktes, heiteres Gesicht empor.

„Wozu,“ sagte er und schüttelte mit einer Bewegung das an die Stirn geklebte Haar zurück, „mag es doch wachsen. Ich liebe überhaupt jedes Grün.“

„Ein komischer Kauz bist du!“ meinte die Mutter gutmütig die Achsel zuckend; aber doch waren ihr seine Worte nicht angenehm.

„Ihr seid selbst komische Käuze,“ rief Ssanin im Tone fester Ueberzeugung und ging ins Haus, um sich die Hände zu waschen; er kehrte bald wieder zurück und ließ sich behaglich in dem geflochtenen Korbstuhl am Tische nieder.

Ihm war froh zumute, leicht und freudig. Das Grün, die Sonne, die Bläue des Himmels drängten sich in einem so starken Strahl in seine Seele, daß sie sich in dem weiten Empfinden vollkommenen Glückes breit öffnete.