Ssoloveitschik wandte ihm langsam seine traurigen Augen zu.
„Ich bin hier so ... Die Mühle blieb stehen. Ich war beschäftigt im Kontor ... Da wohnte ich auch hier. Sind schon alle weggefahren, ich bin hier geblieben, als einer nur.“
„Es ist Ihnen wohl bange, so einsam zu wohnen?“
„Was ist bange? — — — Ist ja alles ganz egal,“ er schlug mit der Hand trübe durch die Luft. Es war lange still und man konnte nur das einsame Kettenklirren in der Hundehütte hinter den Scheunen her vernehmen.
„Nicht hier ist es so bange,“ — — — Ssoloveitschik kam plötzlich ins Reden und geriet unerwartet in laute leidenschaftliche Bewegung.
„Nicht hier ... sondern ...“ er zeigte auf Brust und Stirn, „da und da ...“
„Was ist denn?“ fragte Ssanin ruhig.
„Hören Sie,“ Ssoloveitschik fuhr noch lauter und leidenschaftlicher fort. „Da haben Sie geschlagen heut einen Menschen, haben ihm zertrümmert sein ganzes Leben. Zürnen Sie mir nicht, ich bitte, daß ich spreche, alles das ... aber ich denke viel daran. Ich saß hier und dachte daran immerzu und ist mir geworden so traurig ... Ich bitte, antworten Sie mir doch!“ — Für einen Augenblick verzerrte das gewöhnliche, gefällige Lächeln sein Gesicht.
„Fragen Sie, wonach Sie wollen. Glauben Sie wirklich, Sie werden mich verletzen? ... Durch eine Frage können Sie es gewiß nicht. Was ich getan habe, habe ich getan. Wenn ich jetzt glauben wollte, daß es schlecht war; ich würde es selber eingestehen.“
„Ich wollte Sie nur eines fragen ... Wenn Sie sich vorstellen — — jetzt — — vielleicht haben Sie getötet diesen Menschen?“