„Ah, das ist ja nett!“

„Eigentlich können wir uns ein besseres Wetter gar nicht wünschen ... Fahren wir also.“

Zur bestimmten Stunde kamen Sarudin und Tanarow in dem breiten Schwadrons-Jagdwagen, vor dem zwei hochbugige Soldatenpferde gingen, angefahren.

„Lyda Petrowna, wir erwarten Sie!“ rief heiter Sarudin, peinlich sauber, ganz weiß gekleidet und stark parfümiert.

Lyda in leichtem, hellem Kleide mit rosa Samtkragen und ebensolchem Gürtel lief von der Terrasse herab und reichte Sarudin beide Hände. Eine Weile hielt er sie vieldeutig vor sich hin, ihre Gestalt mit einem raschen, vollen Blick überfliegend.

„Fahren wir, fahren wir,“ rief Lyda, die seinen Blick verstand und durch ihn erregt wurde.

Kurze Zeit darauf rollte der Wagen schnell auf dem wenig befahrenen Steppenweg dahin, wobei er die harten Halme des Feldgrases zum Boden bog, die dann aufschnellend die Füße streiften. Der frische Steppenwind bewegte leise das Haar der Fahrenden, er lief zu beiden Seiten des Weges in den zarten Wellen des Grases nebenher.

Bald holten sie einen anderen Kremser ein, in welchem Ljalja Swaroschitsch, Jurii, Rjäsanzew, Nowikow, Iwanow und Semionow saßen. In ihrem Wagen war es eng und unbequem; aber darum waren sie auch doppelt lustig und alle in freudiger Stimmung.

Nur Jurii Swaroschitsch fühlte sich in der Gesellschaft Semionows noch ein wenig von dem Gespräch am vorhergehenden Abend bedrückt. Daß Semionow ebenso sorglos wie die anderen scherzte und lachte, machte einen sonderbaren und fast unangenehmen Eindruck auf ihn; dieses Vergnügtsein konnte er nach allem dem, was er gestern von ihm gehört hatte, nicht begreifen. War es denn nur eine Pose gewesen, dachte er. Er überflog ihn von der Seite mit einem schiefen Blick und wollte sich überzeugen, daß es mit ihm gar nicht so schlimm stehen könne. Aber trotzdem brachten ihn seine Gedanken fortgesetzt in Verwirrung, und er versuchte stets mit aller Mühe, sie zu vergessen.

Aus den beiden Kremsern flogen Scherze und Grüße über Kreuz hin und her. Nowikow, der ununterbrochen Possen trieb, sprang plötzlich von seinem Sitz im Fahren herunter und lief eine Zeitlang lachend neben dem Wagen her, in welchem Lyda saß. Zwischen beiden schien eine schweigende Uebereinkunft geschlossen zu sein, sich in übertriebener Weise Freundschaft zu bekunden und jedes Wort, das sie sprachen, erhielt dadurch eine besondere, liebenswürdige Unterstreichung.