Ljalja wurde mit einem Mal ängstlich.

„Jurii, mach gefälligst keine Dummheiten,“ bat sie ihn. „Das sind wirklich nur Dummheiten, bei Gott, nur Dummheiten.“

„Gewiß, nur Dummheiten,“ gab ihr Jurii ruhig zu. „Aber bitte Semionow reichen Sie mir die Kerze rüber.“

„Wo soll ich denn eine hernehmen? ...“

„Sehen Sie nur hinter sich, im Korb.“

Semionow holte, ohne sich zu beeilen, mit besonderem Ausdruck seines Phlegmas eine Kerze vor.

„Wie? Wollen Sie denn tatsächlich da hineinkriechen?“ fragte eins der Mädchen. Sie war groß und schön; ihre volle Brust hob ihre Gestalt, ohne die feinen Linien zu verwischen. Ljalja nannte sie Sina; ihr Familienname war Karssawina.

„Natürlich, weshalb nicht. Mal etwas anderes,“ erwiderte Jurii, indem er gewaltsam eine gleichgültige Miene aufsetzte; unwillkürlich erinnerte er sich, wie oft er bei Partei-Unternehmungen dasselbe gleichgültige Gesicht zur Schau getragen hatte. Doch aus irgend einem Grunde erweckte diese Erinnerung in ihm ein unangenehmes Gefühl.

Am Eingang zur Höhle war es feucht und dunkel.

Ssanin blickte hinein: „Brrrr,“ machte er voll Ekel. Ihm schien es ganz unverständlich und lächerlich, daß dieser Jurii sich in eine unbequeme, vielleicht gefährliche Situation begeben wollte, nur weil ein paar Mädchen dabei auf ihn hinschauten. Das kann man doch viel leichter haben, dachte er.