„Schaut mal an!“ meinte Iwanow erstaunt.

„Ihre Stimme ist klangvoll und schön, sie selbst ist eine Schönheit, ihre Verse sind klangvoll und schön, und selbst ihr Name ist klangvoll und schön.“ Ljalja umarmte sie und drückte ihren Körper an den Karssawinas.

„Uebrigens, auch ich habe nichts dagegen einzuwenden,“ erklärte Iwanow. Karssawina errötete und lächelte doch zufrieden vor sich hin.

„Es ist Zeit, nach Hause zu kommen,“ sagte Lyda plötzlich schroff; es berührte sie unangenehm, daß alle Karssawina lobten.

Ssanin fragte sie: „Und willst du nichts singen? ...“

„Nein,“ antwortete Lyda in gereiztem Ton, „ich bin nicht in Stimmung.“

Rjäsanzew erinnerte sich, daß er am nächsten Tage sehr früh aufstehen und ins Krankenhaus gehen mußte; dann hatte er zu einer Sektion zu fahren. Darum stimmte er Lyda bei und drang ebenfalls darauf, sich ein wenig zu beeilen.

Aber alle anderen bedauerten es, weiterfahren zu müssen; sie schienen durch die Verse Karssawinas noch immer mit diesem Flecken verbunden zu sein.

Als man später im Wagen nach Hause fuhr, verspürte niemand mehr den Wunsch, sich zu unterhalten; in sich gekehrt saßen sie in den Kremsern, keiner konnte der schweren Ermattung Herr werden, die sie alle bedrückte. Man fühlte das Steppengras, jetzt unsichtbar, über die Stiefel streichen; hin und wieder haftete das Auge an den grauen Staubwolken, die die Wagen hinter ihnen aufwirbelten. Und weiter dehnten sich die Felder unendlich aus, ganz verschwommen im bläulichen Glanze des Mondlichts, ohne dem Auge einen Anhaltspunkt zu geben. Gleichmäßig schlugen die Hufe der Pferde auf den Boden; es war das einzige Geräusch, das die Dunkelheit durchbrach.