— Schade, daß das Boot nicht zweisitzig ist, bemerkte Grege galant ausweichend.

Maikka schlagfertig: — Aber das Wasser ist für zwei Schwimmer. Wenn Du darauf hältst, schwimmen wir Seite an Seite um die Wette und stoßen das Boot noch vor uns her. Mir nach!

Damit hatte sie schon den Gürtel gelöst, Ober- und Untergewand abgestreift und in das Boot geworfen, die Zöpfe hoch um den Kopf gesteckt — und platsch! tauchte ihr schimmernder Leib im kräuselnden Wasser auf und nieder. Wie ein Fisch in seinem Elemente, so sicher und schön war jede Bewegung.

— Herrlich, herrlich! Flink, Grege!

Wie von physischem Zwang erfaßt, entledigte sich Grege seiner Kleidung, sie flog wie von selbst ins Boot, und halb taumelnd fiel er ins Wasser. Fast besinnungslos arbeitete er mit Armen und Beinen. Er hatte nur das eine Gefühl, daß er auf Tod und Leben etwas Unerhörtes ausführe. Seine Schläfen pochten, seine Lunge schwoll, sein Athem prustete gewaltsam. Und neben ihm kicherte und schlängelte,

wogte und wiegte die Nixe in den schönsten Schwimmkünsten, das Boot mit einzelnen, kräftigen Armstößen vor sich hertreibend.

Einmal war sie ihm so nahe, daß er ihren Ellbogen und Fuß an seinem Leibe spürte. Dann war’s ihm wieder, als schlüpfe sie unter ihm durch oder gleite über seinen Rücken hinweg. Dann wieder, als sitze sie rittlings auf ihm. Dann wieder, als walle der See auf in einem Getümmel von weißen Frauenleibern und jeder Wassertropfen sei erfüllt von Kichern und Lachen und aus der Tiefe breche heißer Phosphorglanz.

Das Ufer, endlich! Grege war nicht wenig erstaunt, es heilen Leibes erreicht zu haben. Er sah sich schon als Leiche angeschwemmt, von zärtlich würgenden Nixenarmen erstickt.

Fox war der Erstangekommene. Er schüttelte sich — und sein Bellen schallte wie Siegesruf.

Auf seinen Appell kamen zwei Dienerinnen an das Ufer geeilt, die Herrin zu empfangen. Sie schienen nicht sonderlich überrascht, auch noch einen nackten Mann zu finden. In behender Dienstfertigkeit verrichteten sie das Zweckmäßige.