Die Dienerinnen kamen und brachten in künstlerisch gearbeiteten silbernen Gefäßen, Krügen und Schüsseln allerlei Labung, dazu Obst, Backwerk, süße Säfte die Fülle. Die Dienerinnen, hübsche, junge Mädchen, verschwanden schweigend, auf einen Wink der Herrin, und ließen diese mit ihrem Gaste allein.
— Es sind meine Schülerinnen, Grege, darum dienen sie mir so folgsam und bescheiden. Wenn sie in die Jahre kommen, wo die Lehrzeit überstanden, sind sie frei, wie ich. Du bist in einem freien Lande, bei freien Menschen, in Nordika, Grege. Und nun setz’ Dich zu mir und iß!
Maikka legte ihm vor, warme Speisen aus den verdeckten Schüsseln.
Grege saß wie betäubt. Er schüttelte endlich den Kopf, griff nach den Früchten, einem Stückchen Backwerk
und schänkte sich von dem süßen Saft einen Schluck in sein Glas.
— Warum nimmst Du nicht von den warmen Pastetchen? Sie sind köstlich. Sieh, wie sie mir schmecken! Ist es wider die Teuta-Regel?
— Allerdings. In diesem Falle ist die Regel wie ein geleisteter Schwur.
Maikka, obwohl sie im Hause ernster schien, als im Freien, lachte laut auf und rückte ihren Sitz näher dem seinigen.
— Merke dies, mein Gast: Teuta-Schwüre gelten in Nordika nicht. Jetzt bist Du ein freier Mann in einem freien Lande.
— Aber noch kein neuer Mensch, Maikka. Das Alte lastet.