Ausflüchte. Ernsthaft, Grege: Was hinterließ uns der Mensch der Steinzeit?
— Kehrichthaufen, Kjökkenmöddinger.
— Sehr gut. Und was hinterließ uns der Mensch der industriellen und kapitalistischen Metallzeit?
— Auch Kehrichthaufen. Ruinen, Museen, Arsenale, einen traurig zusammengeschrumpften Rest Menschheit. Kehrichthaufen, wie ich sage.
Als Maikka schwieg, fügte er wie entschuldigend bei: — Für Nordika gilt das wohl nicht.
— Doch, doch, zum Theil auch. Wir hatten vor tausend Jahren auch an dem großen europäischen Krach mitzutragen und die Zeche mitzubezahlen. Unsere Menschheit ist der Zahl nach gleichfalls bös zurückgegangen. Aber das gab schließlich die einzige Möglichkeit, die Völker Europas, soweit sie kulturfähig waren, auf eine neue Bahn zu bringen. Es war geradezu ein Segen, ein grausamer Segen, daß über vier Fünftel der europäischen Bevölkerung in jenen Katastrophen draufgegangen sind. Was nach dieser furchtbaren Musterung übrig geblieben, war doch eine Art Auslese. Natürlich blieb auch noch schlechter Kleinkram übrig, eben weil er Kleinkram war und durch allerlei günstige Zufälle mit durchschlüpfen konnte.
— Namentlich bei uns in Teuta. Wir haben es heute noch auf keine Million Menschen gebracht, behaupten unsere Volkszähler.
Maikka blieb eine Sekunde sinnend stehen, dann ließ sie ihre Augen auf Grege blitzen: — Du bist ein herrlicher, natürlicher Ausnahmemensch, mit Dir kann
man reden. Hör’ mal, Grege, was Ihr in Teuta treibt, schreit doch zum Himmel. Das ist eine Staatskunst von Idioten und Feiglingen. Da Ihr doch einmal keine freien Naturmenschen sein wollt, meinetwegen, so fristet Euch als Staatskünstler durch. Aber wenn man nicht mit der Natur hausen kann, muß man gleich ein Verbrecher gegen die Natur sein? Hör’ mal, Grege, hör’ mal!
— Ich verstehe nicht, Maikka, was meinst Du?