— Schmerzt Dich die Wunde? Warum läßt Du sie mich nicht befühlen?
— Es ist nicht viel, Jala. Sie heilt, wenn ich kurze Rast halte.
— Du bist so voll Kraft und Gesundheit, mein Held. Und wir wachsen in der herrlichen Einsamkeit. Ich hätte mich nie so stark geglaubt, als in dieser Bewegung, die mich beschwingt.
— Es ist eine Flucht, Jala.
— Nie mehr zurück, nie mehr! Hinaus in unsere Welt, in unser freies Himmelreich! Säume nicht zu lange, Grege, laß Deine Jala nicht zu lange ohne Dich! Hast Du nirgends etwas wahrgenommen mit Deinem scharfen Blick, das uns bedrohen könnte?
— Nirgends. Die Luft ist vollkommen rein. O, ich muß lachen, weißt Du. Sie haben sich selbst des Mittels zu unserer Verfolgung beraubt, unsere Oberweisen von Teuta, seit sie die Luftfahrt verboten und alle Schwinggondeln in ihrem Lande zerstört. Und die Wege, die wir auf ebener Erde durch die Wüsteneien ihrer Grenze gegangen, sind der Lahmheit ihrer Häscher verschlossen. Weit, weit liegt jetzt Teuta mit seiner unterirdischen Herrlichkeit hinter uns. Kaspe, ihr wortreicher Oberrichter, ist langsamer in Entschlüssen und Bewegungen, als eine Schnecke, und Ao, ihr Oberpriester, schläft und verdaut.
— Du nennst nur Ao und Kaspe. Vergiß nicht, daß noch ein Dritter im hohen Rathe sitzt.
— Ach, Minus meinst Du? Der Dich einmal mit widerlichen Anträgen belästigte? Den hat nur Dein Anblick entzündet. Wenn Du aus seinen Augen bist, bist Du ihm auch aus den Sinnen. Der ist
kein Verfolger. Der findet andere Ablenkungen. Ein schwacher Querkopf, dem es genügt, wenn er nichts Anderes haben kann, den heiligen Wortschatz von Teuta hüten zu helfen. Nein, dieser hohe Oberlehrer von Teuta wird uns nicht gefährlich. Ich kenne ihn. Er hat mich einst unterrichtet.
— Du beschwichtigst mich, Grege, dennoch bin ich voll Unruhe.