Den ganzen Abend sprach man von nichts Anderem. Die Improvisation des Teutamannes galt Allen für wichtiger, als der historische Probe-Vortrag der neuen Meisterin.

Maikka bedauerte, Grege nicht gehört zu haben.

In jener Mischung von Herzlichkeit und Spott, von Sympathie und Hohn, wie sie ihr in den letzten Tagen gegen ihren Gastfreund meist über die Lippe floß, sagte sie zu ihm: — Du sprichst wie ein Gott, das weiß ich. Aber um in Teuta gründliche Politik zu machen, braucht man einen Teufel.

— Einen . . .?

— Ja, Grege. Einen Teufel. Etwa in der Art Eures wackeren . . . nein, das ist Staatsgeheimniß. Mach’ Dich gefaßt. Jetzt aber dies: Geh’ in die Bibliothek und studire den ganzen Zarathustra. Sein Kapitel vom Staate wollen wir zusammen lesen, wenn Du Geduld hast. Dann wollen wir auch den blöden Legendenkram, den Ihr Euch in Teuta um Zarathustra-Nietzischki

habt wachsen lassen, in alle Winde jagen. Dergleichen Fabeleien sind wahrhaftig für eine Kinderstube zu dumm. Ein Volk mit solcher göttlich kritiklosen Leichtgläubigkeit ist übrigens für jeden Umsturz reif — wenn der rechte Umstürzer kommt.

— Der rechte Teufel, in Deiner Lesart.

— Jawohl, Grege. Oder der rechte Zarathustra. Das ist das Nämliche.

— Zarathustras Wiedergeburt also, oder Wiederkehr.

Grege meinte das doppelsinnig. Unwillkürlich, ohne Ueberlegung. Und ein Schauder flackerte heiß über sein Gehirn. Und vor seinen Augen brannte eine jähe Röthe.