Was wollen die guten Leute mit einem blinden Weibe?

— Gentleman, ich lege Euch die Frage vor: Was wollen die Menschen mit blinder Liebe? Ist Blindheit immer ein Nachtheil? Die blinde Person war sehr werthvoll. Unerachtet ihrer Blindheit konnte sie in die Tinte blicken.

— Was konnte sie?

— In die Tinte blicken, die Zukunft errathen. Sie war eine Seherin . . . Ich mache mir meine Gedanken, vielleicht ließ man sie gerade darum laufen. Sie wird unheimliche Dinge gesehen haben, vom Sturz der Welt. Es ist nicht immer gut, Alles vorher zu wissen. Lieber selbst Alles über den Haufen werfen, heute, als zu wissen, daß es morgen Andere thun und man kann’s nicht hindern. Blind drauflos ist eine gute Sache, Gentleman. Es ist eine kritische Zeit. Derohalben, es ist so mein Gedanke, ließ man das Frauenzimmer wieder auf Teuta los. Dort kann sie Schlimmes prophezeien, so viel sie will, und Unheil anrichten. Wir pfeifen auf fremdes Unglück, wenn wir nicht damit spekuliren. Die Teutaleute verstellen sich, wißt Ihr, Gentleman, das sind verfluchte Halunken. Schließlich verrathen sie sich gegenseitig, wie dieser rundköpfige Kretin. Was meint Ihr, Gentleman?

— Alles ist Geschäft . . . Bitte, fahrt fort. Vom rundköpfigen Kretin.

— Sehr gut, Gentleman, Ihr seid ein großer Gelehrter, Ihr kennt die Welt. Die ganze Weltgeschichte ist ein Geschäft. Ihr versteht mich, Ihr seid ein geriebener

Kopf, Ihr verdientet ein Angelo zu sein. Ich seh’s an Euren Augen, Ihr habt viel erlebt.

— Keine Anzüglichkeiten, bitte. Uebrigens könnt Ihr Recht haben.

— Hab’ ich, Gentleman. Euer Wille geschehe. Was wollt’ ich sagen? Das Komische an der Historie ist etwas Anderes. Erstens, daß das Weib von ihrem eigenen Liebhaber, einem rundköpfigen Kretin, dem Königlich-Kaiserlichen in die Hand gespielt worden ist. Ein starkes Stück, nicht wahr, Gentleman? Zweitens, daß die Königlich-Kaiserliche das Geschäft nicht aufrecht erhalten konnte, sie mußte die Waare wieder herausgeben.

— An den schuftigen Liebhaber? In der That ein komischer Fall.