Das Allermerkwürdigste dünkte ihm — und das war vielleicht der Schlüssel, sich Angellands räthselhafte Macht zu erklären: Alles Alte war lebendig erhalten und in lenzfrischem Saftgang mit dem Neuen. Alles Gegenwärtige schien gewachsen wie aus einem einzigen Wurzelkomplex, der bis in den tiefsten Boden der Vergangenheit

reichte, mit vielen jüngeren, üppig genährten Seitenwurzeln. Der kleine Erdzipfel Europa war den Angelos nur ein Nebending, das sie nur als einer ihrer künftigen Stützpunkte kümmerte. Ihr Reich war die Welt, nicht das Bischen europäische Scholle. Wo ein Angelo lebte, zu Wasser und zu Land, da pflanzte er seine wuchtige Eigenart auf und formte es rücksichtslos zu seiner Heimath. So ward er überall der Herrscher, und saß überall auf seinem Eigenen, und pflückte überall die Freuden der Heimath . . .

Was es an öffentlichen Einrichtungen zu besehen gab, die ganze Fülle der Gesichte eines in’s Riesige entwickelten Volkslebens, nahm Grege mit, dem königlich kaiserlichen Menschengarten allein ging er aus dem Wege. Er wußte genug davon. Und er wollte keine Gefühle zwecklos verpuffen . . .

Alles zusammengerafft zu einem Vorstoß, nach einem Ziel: Teuta! Kalte Ueberlegung. Keine Vergeudung der Thatkraft durch Exzesse des Temperaments . . .

In Teuta — klingt’s nicht wie ein Märchen? — hat bereits Einer den Kopf zu erheben und den Angelos mit Fehde zu drohen gewagt? Um Jalas willen? Und dieser Eine . . . war nicht Grege?

Teufel!

Und hieß der Teufel Soundso, was ging ihn das Weib an?

Zweifellos, den ganzen Vorgang diplomatisch angesehen, handelte sich’s um mehr, als um das Weib. Das Weib war nur Deckblatt, um die Leidenschaft zu

entflammen. Aus dem entfachten Brand waren dann ganz andere Dinge zu holen.

Grege grübelte sich allerlei neue Zusammenhänge in das Jala-Abenteuer. Wer war der rundköpfige Kretin, dessen Namen der Wirth nicht wußte oder nicht sagen wollte?