Aber die letzte große That war allein entscheidend. Die wartete auf ihn. Das fühlte er. Welche That? Festzustellen in’s Einzelne vermochte er sie nicht. Er sah sie vor sich wie einen rothen Kern, der immer glühender wurde, eingehüllt in einen dicht geballten schwarzen Nebel. Wenn die Stunde gekommen, mußte der glühende Kern die Nebelhülle sprengen, und Alles stand im großen, freien Licht, sonnenklar. Das war die leuchtende That, aus dem Dunkel geboren. Die Offenbarung des Geheimnisses, das sein Leben in sich trug, die Wiederbelebung einer großen Vergangenheit, die Neugeburt der königlichen Seele . . .
Er schüttelte den Kopf. In der ungeheuren Wirklichkeit Angellands verflog plötzlich alle Mystik. Grege knirschte: — Ganz Teuta auf Schiffe packen und hinaus! Es zwingen, auf Seeschlangen durch das Weltmeer zu reiten, wie die urgermanischen Vorfahren im Norden . . .
Wer lacht so grell?
Teufel!
Kapitel 24
Ao war halbtodt. Er war, um seine Glieder ein wenig an die Bewegung in freier Luft zu gewöhnen und auf die Mühsal des Festzuges vorzubereiten, ein Stündchen in der Oberwelt gewesen, gegen Abend, und hatte eine ganz kleine Strecke der unendlichen Feststraße in Begleitung der Aeltesten vom Festbund abgeschritten, richtiger, abgewatschelt. Das hohe Amt verlangte dieses Opfer. Nach Aos Gefühl war’s ja einfach menschenunwürdig, überhaupt sich in der Oberwelt zu bewegen. Er haßte die freie Luft. Er konnte sie nicht riechen. Und erst das freie Licht! Giebt’s etwas Brutaleres als freie Luft und freies Licht, etwas Undisziplinirteres? Was nahm sich das natürliche Licht nicht für Frechheiten heraus, trotz der Abendstunde, trotz der späten, herbstkündenden Jahreszeit! Der Wolkenhimmel gegen Westen ein lodernder Feuerberg, der letzte Sonnenstrahl noch ein brennender Stachel mit Widerhaken, einem das Auge aus dem Kopf zu reißen!
Dieser feurige Unfug konnte nichts Gutes bedeuten.
Freilich, die Aeltesten vom Festbunde jubelten, das Wetter werde nach einer solchen Abendröthe prachtvoll
werden und das Fest und sein feierliches Gepränge in nie gesehenem Glanze erstrahlen lassen.