— Tobe Dich aus, bevor’s zu Ende geht mit unserer Luftfahrt und Du unter gesittete Menschen kommst, Grege. Wonach gelüstet Dich? Versage Dir nichts, ich bitte Dich.
Grege’s Blicke irrten unstät. Der maßlos kalte Hohn preßte ihm das Herz zusammen. Eine rettende Eingebung, Jala!
Merkte er, wie die Erde näher stieg? Wie auf wenige Hundert Meter eine weite Wiesenlandschaft sich dehnte? Wie ein anderer Geruch die Luft durchdrang, deren Salzgehalt ihm so lange fremdartig die Nase gekitzelt?
Er achtete nicht der halb gierigen, halb befriedigten
Späherblicke seines Feindes. In einem einzigen Gedanken konzentrirte sich ihm Alles.
Ohne den Kopf auffällig zu wenden, hielt der Angelo scharf Auslug und berechnete bereits die Minute und den Platz, wo sich die Landung ermöglichen ließ. Uebermäßig günstig schätzte er zwar den Ort nicht, aber er war geübt genug, alle Vortheile rasch zusammen zu fassen — jedenfalls würde er auch hier Mittel finden, seine Beute auf den Boden und in Sicherheit zu bringen.
Und im feurigen Ueberschlag der Ergebnisse war’s ihm jetzt ein geschäftlich verdammt angenehmer Gedanke, daß er ohne Theilhaber von dem abenteuerlichen Beutezug heimkehrte. So floß der Gewinn ganz in seine eigene Tasche. Die ethnographische Menschengarten-Gesellschaft für vergleichende Rassen- und Sittenforschung mußte ihm sogar noch ein Uebriges zulegen für dieses lang gesuchte vollkommene Teuta-Original in Anbetracht der überwundenen Gefahren. Vielleicht ließe sich auch sonst noch Erkleckliches aus dem Kerl schlagen. Zum Beispiel im aristokratischen Damen-Klub für sexuelle Experimentir-Physiologie und Hypnose. Auch der Sportverein für Züchtung reiner Menschenrassen, dem sämmtliche königliche Prinzen angehörten, könnte für diesen rasseechten Versuchs-Mann interessirt werden. Kurz und gut — Kalkulation und kein Ende.
Da — alle Wetter!
Grege, wie von unsichtbaren Händen hinausgeschleudert, baumelt am Anker.
Eins, zwei, drei liegt er in der geringen Tiefe. Eilig sinkt mit ihm die Erde.